Unsere Tour durch Schweden war unsere erste gemeinsame als Paar. Es war aufregend, wunderschön und witzig. Aber wir haben auch viel über den jeweils anderen gelernt. Mark Twain sagte ja auch schon:

Es gibt keinen sichereres Mittel festzustellen,
ob man einen Menschen mag oder nicht,
als mit ihm auf Reisen zu gehen.

Wir haben zwei Klappmatratzen, unsere Schlafsäcke, einen Campingkocher, ein paar Bücher und Spiele in den ausgeliehenen Ford Kombi geschmissen und sind los. Unsere einzigen Vorgaben waren, dass wir in Malmö starten und bis nach Stockholm wollen, möglichst an der Küste entlang. Wann wir wo anhalten und übernachten, haben wir spontan entschieden.

Wildcampen-im-Kofferraum / Südschweden / , www.diefernwehfamilie.de

Kmkm…ja also das hat einige Abende zu Zickereien meinerseits geführt. Nicht zu wissen, wo genau man parken wird und wie lange es noch dauert, bis man einen geeigneten Übernachtungsplatz findet, hat mich manchmal ziemlich nervös gemacht. Ich bin normalerweise ein extremer Planungsmensch. Dazu kommt auch noch, dass es meistens schon so spät war, dass sich mein Magen lautstark gemeldet hat und ich in so einer Verfassung nicht gerade der netteste Mensch bin. Aber Micha ist mit diesen extremen Hungermäckereien sowas von gut umgegangen, dass ich ihn jeden Abend noch ein bisschen toller fand!

Als Reiseführer hatten wir vom Verlag Bruckmann Südschweden – Zeit für das Beste dabei. Zu dem Reiseführer habe ich geteilte Gefühle. Es gab tatsächlich tolle Tipps und gute Adressen, aber auch das eine oder andere enttäuschende Erlebnis. Trotzdem würde ich sagen, dass unsere Reise unglaublich toll war. Am besten hat mir die Insel Öland gefallen. Unser Reisebericht besteht hauptsächlich aus Bildern und kurzen Beschreibungen, die dir vielleicht etwas Lust machen, deine nächste Reise in Schweden zu verbringen!

Unsere Route
Küstenrundreise durch Südschweden / Malmö - Käseberga - Sandhammaren - Ronneby - Karlskrona - Öland - Grönasens Elchpark - Orrefors Kosta Boda - Schloss Drottingholm - Stockholm - Sigtuna - Göteborg

Kopenhagen – Fotevik – Kåseberga – Sanhammaren – Ravelunda – Sölvesborg Ronneby – Grönasens Älgpark – Orrefors Kosta Boda – Öland –  Schloss Drottingholm – Stockholm – Sigtuna – Göteborg – Malmö – Kopenhagen

Fotevik

Wildcampen in Schweden, die erste Nacht mit wunderschönem Ausblick

Auf der Hinreise haben wir Malmö ausgelassen und südlich davon einen kleinen Parkplatz zum Übernachten gefunden. Das war der erste Sonnenuntergang, den wir aus unserem Kofferraum erleben durften.

Irgendwo zwischen Trelleborg und Kåseberga

LIlia blütenfeld

Am nächsten Tag sind wir dann an diesen wunderschönen Bienenweiden (Phacelia) vorbeigekommen! Es sah einfach atemberaubend aus. Wir mussten dafür einfach anhalten und diese Landschaft genießen.

 

åles Stenar bei Kåseberga

Käseberga

Das åles Stenar bei Kåseberga symbolisiert ein Schiff. Wieso und wann genau die 58 Steine dort aufgestellt wurden, ist noch unklar. Besonders schön war schon der Spaziergang vom Parkplatz dorthin und der einmalige Blick über die Steilkippen aufs offene Meer. Die Wiesen rund um das åles Stenar laden auf jeden Fall zu einem gemütlichen und ausgiebigen Picknick ein! Also Decke und Knabberzeug nicht vergessen!

Sanhammaren

sandhammeran

Vor der Tour war ich noch nie in Schweden und den weißen Sandstrand in Sanhammaren hätte ich nie erwartet! Plötzlich waren wir an der Südsee! Es war himmlisch!

Schloss Vittskövle, Ravelunda

schloss vitsköve

Um das Schloss Vittskövle haben wir nur einen kleinen Spaziergang gemacht. Das Schloss ist wirklich schön und auch eines der am besten erhaltenen Renaissanceschlösser Schwedens. Aber bei unserem Spaziergang roch es auf der hinteren Seite des Schlosses wirklich unglaublich schlecht. Vielleicht hatten wir nur Pech. Woher der Gestank genau kam, wissen wir nicht. Vielleicht von den Enten im Graben, wer weiß. Aber, wie gesagt, schön anzusehen, ist das Schloss auf jeden Fall!

Sölvesborg am Ende der Huvudhallavägen vor Karlskrona

nationalpark

Ich hatte mal wieder tierischen Hunger und Micha wollte noch unbedingt an diesen Ort fahren. Warum und wie er auf den Ort gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr genau. Jedenfalls, dort angkommen, haben wir unseren Rucksack gepackt, die Picknickdecke eingesteckt und sind auf den Aussichtspunkt gelaufen – ich schneller, hatte ja hunger. Dort gab es sogar Picknicktische und Kühe. Aaaabbber die gesamte Fläche war mit Kuhdung übersät und es stank unglaublich! Meine Laune war gaaanz weit unten. Also haben wir uns entschlossen einen kleinen Spaziergang zum Wasser zu machen. Der Spaziergang war schön, aber mit leerem Magen habe ich ihn leider nicht soo sehr genießen können. Unten angekommen, hatten wir diesen wunderschönen Ausblick. Aber auch da stank es. Das Wasser zwischen den Steinen war einfach widerlich – also auch da kein Picknick. Als Micha mir dann die Kamera geben wollte und das Kameraband über den Kopf zog, fiel doch glatt sein Cappy in die Kloake:D Schwups war meine Laune wieder gut! Ich habe mich tierisch gefreut, denn es war wirklich die schlimmste Cappy auf der Welt! Micha wollte sie noch retten. Deswegen wurde sie aus dem stinkenden Wasser gezogen und für’s erste in einer Plastiktüte verpackt (Update: Aus der Rettung wurde nichts). Also immer noch hungrig wieder zurück zum Parkplatz und schlussendlich doch nur am Auto essen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Tag uns wunderschöne Ausblicke bot, aber zum Himmel stank!

Brunnspark in Ronneby

brunnsbark

Der Brunnspark in Ronneby wirkte auf mich wie eine Filmkulisse, weil es tatsächlich einfach zu perfekt schien. Tatsächlich wurde der Brunsspark 1705 erbaut, als eine eisenhaltige Quelle entdeckt wurde. Der Park lädt zu einem Spaziergang und Picknick ein, was wir auch gemacht haben. Wirklich schön! Kann ich nur weiterempfehlen!

Ronneby Pastorat und die Kyrkogatan

süße kleine stadt

In Ronnebys Innenstadt haben wir einen kleinen Spaziergang zum Pastorat gemacht. Die Kirche liegt erhöht über der Stadt und bietet einen schönen Ausblick. Von dort aus haben wir die anliegende Straße Krykogatan entdeckt. Auch hier waren die Häuser wieder so schön, dass es wirkte wie eine Filmkulisse.

Irgendwo im Nirgendwo

weitere Übernachtung

Ich muss zugeben, dass ich leider nicht mehr herausgefunden habe, wo wir übernachtet haben. Wir haben länger gesucht und diesen abgelegenen Parkplatz gefunden. Die anliegende Wiese war für Spaziergänger zugänglich und wir wurden von zahlreichen Schafen begrüßt.

Grönåsens Älgpark

elchpark

Der Grönåsens Älgpark ist ein Elchpark etwas weiter im Landesinneren. Da wir leider keine Elche in freier Wildbahn gesehen haben, entschlossen wir uns, einen Elchpark zu besuchen. Vögel, Schweine und Ziegen haben uns zuerst begrüßt. Wobei ich sagen muss, dass die Ziegen tatsächlich mein Höhepunkt des Tages waren. Die kleinen süßen Ziegen haben uns fast schon Lieder vorgemäht! Um die Elche zu sehen, führt ein Weg durch das Gelände. Am Anfang befindet sich ein etwas kleineres Gehäge, in dem man auf jeden Fall Elche sieht, die rumdösen und mit einem monstermäßigen Strahl pinkeln. Am Weg entlang befinden sich verschiedene Gehäge und Aussichtspunkte. Im Zweiten Gehäge haben wir noch ein paar Elche weiter weg gesehen. Danach wurde es nur noch ein schöner Spaziergang – ohne weitere Elchentdeckungen. Die Scheune am Ende mit ausgestopften Elchen fand ich eher fragwürdig.

Öland

Öland

Bei Sonnenuntergang haben wir Öland erreicht und sind direkt zur Schlossruine Borgholm. Leider war die Ruine schon geschlossen, sodass wir uns zuerst einen Übernachtungsplatz suchen mussten. Am nächsten Tag sind wir dann gleich zur Ruine. Ihre Lage ist wirklich schön und aus der Ruine heraus hat man einen schönen Ausblick. Ansonsten ist sie zwar ganz schön, hat mich aber auch nicht vom Hocker gerissen. Weiter Richtung Süden und an der Küste entlang findet man einige Mühlen, sodass Öland seinem Namen als Insel der Windmühlen gerecht wird. Spannender wird es dann wieder weiter im Norden. An der Nordspitze befindet sich Trollskogen – ein Wald direkt am Meer durch den ein Holzstegweg führt. Ganz an der Nordspitze befindet sich ein Leuchtturm, an dessen Küste sich Besucher mit kleinen und großen Steintürmchen verewigen. Das haben wir natürlich auch gemacht. Anschließend haben wir uns wieder einen Schlafplatz gesucht. An einem ruhigen Straßenabschnitt inmitten von Kühen, direkt am Meer, es war fantastisch! Am nächsten Tag haben wir noch einen Abstecher zu den Byrum Raukar gemacht. Die Felssäulen aus Kalk waren einen kleinen Abstecher Wert – aber bei Sonnenaufgang oder -untergang sind sie bestimmt noch schöner. Anschließend wollten wir in Byxelkrok mit der Fähre wieder auf’s Festland. Die fährt aber leider nur während der Ferien, sodass wir wieder den Weg über die Brücke zurück aufs Festland nehmen mussten.

 

Schloss Drottingholm

schloss drottingholm

Das Drottingholmer Schloss haben wir uns nur von außen angeschaut. Uns als Landschaftsarchitekten hat der Park mehr interessiert. Der vordere Barocke Garten geht nach hinten zu einem Englischen Garten über.

Stockholm haben wir uns über mehrere Spaziergänge erschlossen. Ein Besuch im Vasa Museet musste natürlich auch sein, da es ein geborgenes mächtiges Schiffswrack in einem unglaublich guten Zustand zu sehen gab. Übernachtet haben wir in einem netten kleinen Hotel, nahe der Innenstadt.

Sigtuna

sigtuna

Sigtuna ist eine süße kleine Stadt nördlich von Stockholm. Unser Reiseführer hat sie uns empfohlen. Im Reiseführer gab es auch einen vorgeschlagenen Spaziergang, den wir dann auch gleich mal gemacht haben. Während wir da waren, schien die Stadt menschenleer. Ich weiß nicht mehr an welchem Wochentag wir dort waren, aber ich stelle es mir mit Menschen noch ein kleines Stück toller vor.

Nach Sigtuna haben wir uns durch das Landesinnere über Göteborg auf den Rückweg gemacht. In Göteborg haben wir auch einen kleinen Spaziergang gemacht, sind dann aber wieder weiter Richtung Malmö. Malmö selber haben wir nur morgens für ein leckeres Frühstück besucht. Schweden hat aber noch einiges mehr zu bieten, also steht es immernoch auf unserer Bucket list!

Ich hoffe, ich konnte dir Lust auf Schweden machen! Es ist wirklich eine Reise wert und das Wildcampen ist sonst in Europa kaum möglich.

Unsere Reiseroute und die Highlights unserer Wilcamp-Schwedetour_www.diefernwehfamilie.de

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